Bitcoin Mining Lab

Mining Lab · Coinovo Academy · Selbstverwahrung in der Praxis

Selbstverwahrung in der Praxis

Vom ersten Schlüssel bis zum Erbfall

Vertiefung 18 Min 10 Karten 10 Fragen Pro-Modul

Lernziele

Drei Bedrohungen, nicht eine

Diebstahl, Verlust und Vergessen. Die meisten Menschen sichern nur gegen das erste ab und verlieren dann alles an das zweite oder dritte. Jede gute Lösung muss gegen alle drei helfen, und die meisten Fehler bestehen darin, eine Bedrohung auf Kosten einer anderen zu bekämpfen.

Was eine Hardware-Wallet tut

Sie hält den privaten Schlüssel in einem Chip, der ihn nie herausgibt. Signiert wird im Gerät, nach aussen geht nur die fertige Unterschrift. Ein befallener Rechner kann damit nichts anfangen.

Der Schlüssel verlässt das Gerät nie, das ist der ganze Punkt.

Der Bildschirm am Gerät ist die eigentliche Sicherung

Ein befallener Rechner kann die Empfängeradresse austauschen, bevor sie zur Unterschrift geht. Deshalb zeigt das Gerät sie auf seinem eigenen Bildschirm an, und dort muss man sie vergleichen, nicht am Rechner. Wer diesen Schritt überspringt, hat sich das Gerät umsonst gekauft.

Immer die Adresse am Gerät prüfen, nie am Rechner.

Die Wörter sind der eigentliche Schatz

Das Gerät ist ersetzbar, die Wörter sind es nicht. Sie gehören auf etwas, das einen Wasserschaden übersteht, und an einen Ort, den du nicht zusammen mit dem Gerät verlierst. Kein Foto, keine Cloud, keine Textdatei: alles drei ist irgendwann auf einem fremden Rechner.

Zwei Orte, nicht einer

Eine einzige Kopie an einem Ort ist ein Totalausfall, wenn dieser Ort brennt. Zwei Orte, räumlich getrennt, sind das Mindeste. Wer mag, teilt die Wörter in Teile auf, von denen jeder allein nutzlos ist.

Der Übungsdurchgang

Eine Sicherung, die nie getestet wurde, ist eine Hoffnung. Richte mit den aufgeschriebenen Wörtern einmal eine leere Wallet auf einem zweiten Gerät ein und prüfe, ob dieselbe erste Adresse erscheint. Das ist der einzige Beweis, dass die Wörter richtig notiert sind.

Ungetestete Sicherungen scheitern genau dann, wenn man sie braucht.

Die Passphrase

Ein zusätzliches Wort, das nirgends gespeichert wird, ergibt eine zweite Wallet. Wer die zwölf Wörter findet, sieht dann nur das, was ohne Passphrase zu sehen ist. Vergisst du es, ist alles weg; hier ist der Grat schmal, und wer sie einsetzt, braucht einen Plan für sie wie für die Wörter selbst.

Mehrere Unterschriften

Bei Multisig braucht eine Zahlung mehrere Schlüssel, etwa zwei von drei. Ein gestohlener Schlüssel genügt dann nicht, ein verlorener auch nicht. Der Preis ist Aufwand: mehr Geräte, mehr Sicherungen und ein Verfahren, das auch die verstehen müssen, die später damit umgehen.

Ausführliche Erklärung

Zwei von drei, in der Praxis

Bei Multisig liegen mehrere Schlüssel an mehreren Orten, und eine Zahlung braucht mehrere davon. Die übliche Form ist zwei von drei: einer zu Hause, einer im Bankschliessfach, einer bei einer Vertrauensperson oder einem Anbieter.

Was das abdeckt: Ein Einbruch zu Hause nimmt einen Schlüssel, und einer genügt nicht. Ein Hausbrand vernichtet einen Schlüssel, und die beiden anderen reichen weiter. Beides gleichzeitig abzudecken ist der Grund, warum Multisig überhaupt existiert: Mit einer einzelnen Wallet muss man sich zwischen Diebstahlschutz und Verlustschutz entscheiden.

Was es nicht abdeckt: Vergessen. Wer nicht aufgeschrieben hat, wo die drei Schlüssel liegen und wie sie zusammengehören, hat drei Probleme statt einem.

Der Preis, den man dafuer zahlt

Multisig kostet Aufwand, und der ist der häufigste Grund, warum es schiefgeht. Man braucht nicht nur die Schlüssel, sondern auch die Beschreibung der Wallet: welche Schlüssel, in welcher Reihenfolge, welche Ableitung. Ohne diese Beschreibung nützen alle drei Schlüssel nichts.

Diese Beschreibung ist kein Geheimnis. Sie darf und soll mehrfach kopiert werden, am besten zusammen mit jedem einzelnen Schlüssel. Wer nur die Schlüssel sichert und die Beschreibung im Programm lässt, hat genau dann nichts, wenn das Programm nicht mehr existiert.

Die ehrliche Empfehlung: Multisig lohnt sich ab Beträgen, bei denen man sich den Aufwand wirklich macht und ihn jährlich einmal übt. Darunter ist eine gut gesicherte einzelne Wallet mit zwei getrennten Kopien der Wörter das bessere Verfahren, weil man es tatsächlich durchhält.

Der Erbfall

Wenn nur du die Wörter kennst, sind die Münzen mit dir weg. Eine versiegelte Anleitung bei einem Notar oder einer Vertrauensperson ist kein Sicherheitsleck, sondern der Unterschied zwischen Vermögen und Verlust. Die Anleitung muss so geschrieben sein, dass sie jemand versteht, der von Bitcoin nichts weiss.

Verwahrung ohne Nachfolgeplan ist nur die halbe Arbeit.

Wo dieser Kurs endet

Gegen körperliche Bedrohung hilft keine Technik, sondern nur, nicht zu erzählen, was man hält. Und je grösser der Betrag, desto eher gehört ein Konzept mit jemandem besprochen, der das beruflich macht. Ein Lernmodul kann die Verfahren erklären; die Verantwortung für die eigene Lösung bleibt bei dir.

Begriffe

Hardware-Wallet
Gerät, das den privaten Schlüssel nie herausgibt.
Passphrase
Zusätzliches, nirgends gespeichertes Wort; ergibt eine zweite Wallet.
Multisig
Verfahren, bei dem eine Zahlung mehrere Schlüssel braucht.
Wiederherstellung
Neuaufbau einer Wallet aus den notierten Wörtern.
Nachfolgeplan
Anleitung, mit der Erben den Zugriff erhalten.

Zum Nachlesen

Zu diesem Modul gehören 10 Fragen mit Begründung. Sie stehen in der App, zusammen mit dem Fortschritt und der Gutschrift für den Abschluss.
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