Mining Lab · Coinovo Academy · Tokenomics am lebenden Beispiel
Diese App, auseinandergenommen
Tokenomics ist die Frage, wie viele Einheiten einer Währung es gibt, wie sie in Umlauf kommen, wofür man sie braucht und wie sie wieder verschwinden. Vier Fragen, mehr nicht. Die meisten Projekte beantworten die ersten beiden ausführlich und die letzten beiden gar nicht, und genau daran scheitern sie.
Du kannst das hier prüfen statt es zu glauben: Coinovo hat eine Tokenomics, sie steht offen in der App, und dieses Modul geht sie Zeile für Zeile durch.
Menge, Ausgabe, Nutzen, Abfluss. Fehlt einer, kippt das Modell.
Neue Einheiten auszugeben ist leicht: Man schreibt eine Zahl in ein Konto. Sie wieder aus dem Umlauf zu nehmen ist schwer, weil jemand freiwillig etwas hergeben muss.
Wo kein Abfluss eingebaut ist, wächst die Menge im Umlauf immer weiter. Wächst gleichzeitig die Nachfrage nicht mindestens genauso schnell, sinkt der Wert je Einheit. Das ist keine Meinung über den Markt, sondern Arithmetik: Dieselbe Nachfrage auf mehr Einheiten verteilt ergibt weniger je Einheit.
Deshalb ist die ehrlichste Frage an jedes Projekt nicht "wie viele gibt es?", sondern "wodurch werden es wieder weniger?". Wenn die Antwort "durch Verkäufe an neue Käufer" lautet, ist es kein Abfluss, sondern eine Weitergabe.
Ein Token kann drei Dinge sein, und die meisten sind nur eines davon. Zahlungsmittel: Man braucht ihn, um etwas im System zu kaufen. Anrecht: Er gibt Anspruch auf einen Anteil an etwas. Stimmrecht: Er erlaubt mitzuentscheiden.
CNVO ist das erste und ausdrücklich nicht das zweite: Er ist die Rechnungseinheit der App, kein Anteil am Unternehmen und kein Versprechen auf Ertrag. Das steht so in der Wallet, und es ist eine wichtige Unterscheidung: Ein Token, der ein Anrecht verbrieft, ist in Europa je nach Ausgestaltung ein Wertpapier, mit allem, was daran hängt. Einer, mit dem man im Spiel Energie bezahlt, ist es nicht.
Es gibt eine Milliarde CNVO, und mehr wird es nie geben. Diese Milliarde ist in drei Töpfe geteilt: vierhundert Millionen für die Förderung, dreihundert Millionen für den Verkauf, dreihundert Millionen als Reserve. Die drei ergeben zusammen genau die Gesamtmenge, und das ist keine Selbstverständlichkeit: Bei vielen Projekten ergeben die genannten Anteile addiert mehr als hundert Prozent, oder es gibt einen unbenannten Rest.
Die Förderung ist der Topf, aus dem das Spiel bezahlt wird. Der Verkauf ist der Topf, aus dem Umsatz entsteht. Die Reserve zahlt alles, was niemand erwirtschaftet hat: das Startguthaben, die Academy-Löhne, die Anlaufhilfe bei den Tagesaufgaben.
400 Förderung + 300 Verkauf + 300 Reserve = 1.000 Millionen.
Jede App, die Neuen etwas schenkt, schöpft aus dem Nichts. Das ist nicht schlimm, solange der Betrag begrenzt und benannt ist. Schlimm wird es, wenn die Geschenke an keinem Topf hängen: Dann wächst die Menge mit jedem neuen Konto, ohne dass irgendwo eine Grenze wäre.
Rechne es selbst nach. Ein Konto bekommt zum Start 250 CNVO und für die freien Academy-Module zusammen 400. Das sind 650 einmalig. Die Reserve hat 300 Millionen. 300.000.000 geteilt durch 650 sind rund 460.000 Konten, bevor allein diese beiden Posten die Reserve aufgezehrt haben.
Das ist eine ehrliche Zahl und keine schöne: Sie sagt, dass diese App in ihrer jetzigen Form für eine knappe halbe Million Konten gebaut ist, nicht für zehn Millionen. Wer bei einem Projekt liest "unbegrenzt skalierbar" und gleichzeitig feste Willkommensgeschenke sieht, hat einen Widerspruch gefunden.
Bis vor Kurzem zahlten die Tagesaufgaben in dieser App einen festen Betrag PLUS einen Anteil am Ertrag. Der feste Teil war als Anlaufhilfe für Konten ohne Maschinen gedacht, lief aber für alle weiter, auch für große Betriebe.
Neun Aufgaben mit zusammen 65 CNVO fest am Tag, dazu 18 aus den Spielen: 83 CNVO täglich je aktivem Konto, an keinen Ertrag gebunden. Über ein Jahr sind das 30.295 CNVO. Die Reserve hätte damit keine zehntausend aktiven Konten durch ein Jahr getragen.
Geändert wurde es zu: der GRÖSSERE der beiden Werte, nicht die Summe. Ein neues Konto ohne Maschinen bekommt damit genau so viel wie vorher. Sobald die eigene Farm mehr als rund 180 CNVO am Tag erwirtschaftet, zählt nur noch der Anteil daran, und der hängt an der Förderung. Aus einer offenen Quelle wurde so eine Anlaufhilfe.
Diese Art Fehler steckt in sehr vielen Projekten. Man findet sie, indem man fragt: Welche Zahlung wächst mit der Nutzerzahl, ohne dass etwas dagegensteht?
Aus dem Fördertopf werden am ersten Tag 189.900 CNVO ausgeschüttet, und dieser Betrag halbiert sich alle 1.460 Tage, also alle vier Jahre. Genau wie bei Bitcoin ist die Obergrenze damit kein zusätzliches Gesetz, sondern das Ergebnis der Halbierungsregel: Die Summe der immer kleineren Tagesbeträge läuft gegen einen festen Wert.
Dieser Wert ist 189.900 mal 1.460 geteilt durch den natürlichen Logarithmus von 2. Das ergibt 399.992.971, und der Fördertopf hat 400.000.000. Die Reihe trifft ihren Topf auf sieben Tausendstel Prozent genau.
Emission = E₀ × T ÷ ln2. Die Obergrenze folgt daraus, nicht umgekehrt.
Eine Halbierungsreihe ist eine geometrische Reihe. Wird am Tag null der Betrag E₀ ausgeschüttet und halbiert er sich alle T Tage, dann ist die Ausschüttung am Tag d gleich E₀ mal 0,5 hoch d durch T.
Die Summe über alle Tage von null bis unendlich ist das Integral dieser Funktion, und das ist E₀ mal T geteilt durch den natürlichen Logarithmus von 2. Mit ln2 ungefähr 0,6931 ergibt sich: 189.900 mal 1.460 geteilt durch 0,6931 = 399.992.971.
Bei Bitcoin steht dieselbe Rechnung dahinter, nur mit einer Besonderheit: Dort halbiert sich die Belohnung sprunghaft alle 210.000 Blöcke statt stetig, und die Belohnung ist auf ganze Satoshi gerundet. Deshalb sind es dort 20.999.999,97690 Bitcoin und nicht genau 21 Millionen. Die krumme Zahl ist kein Fehler, sondern die Rundung.
Wenn ein Projekt eine feste Obergrenze UND eine feste tägliche Ausschüttung nennt, dann müssen die beiden zusammenpassen. Tun sie es nicht, gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder hört die Ausschüttung irgendwann abrupt auf; dann bricht an dem Tag das Geschäftsmodell aller weg, die davon leben. Oder die Obergrenze wird später angehoben, und dann war sie nie eine.
Die Prüfung dauert eine Minute: Tagesbetrag mal 365 mal die geplanten Jahre. Ist das mehr als die Obergrenze, stimmt etwas nicht. Ist es sehr viel weniger, wird der größte Teil der Menge nie ausgeschüttet; dann gehört die Frage gestellt, wer den Rest hält.
Was eine Maschine am Tag einbringt, ist nicht festgelegt. Es ist die Tagesausschüttung mal dem Anteil dieser Maschine an der gesamten Rechenleistung aller Konten. Der Zähler ist gedeckelt, der Nenner wächst mit jedem Mitspieler.
Die Folge: Kommen Leute dazu, bekommt jeder Einzelne weniger, aber die Summe über alle bleibt unter der Tagesausschüttung. Das ist exakt der Mechanismus, mit dem Bitcoin seine Ausgabe konstant hält, obwohl immer mehr Maschinen mitrechnen, und es ist der Unterschied zwischen einem Modell, das bei einer Million Nutzern noch trägt, und einem, das dabei zusammenbricht.
Fester Zähler, wachsender Nenner. Das ist die ganze Sicherung.
Nimm die Ausschüttung nach einem Jahr, rund 174.000 CNVO am Tag, und ein Grundnetz, das unabhängig von echten Spielern existiert.
Bei tausend Konten mit je gleicher Leistung teilen sich diese Konten zusammen etwa 37.000 CNVO am Tag, also 37 je Konto. Bei zehntausend sind es zusammen 120.000, aber nur noch 12 je Konto. Bei einer Million zusammen 159.000 und 0,16 je Konto.
Die Summe nähert sich der Ausschüttung an und überschreitet sie nie. Je Konto wird es dagegen immer weniger. Beides ist dieselbe Rechnung von zwei Seiten gesehen, und beides muss man wissen: Das System bleibt dicht, aber es wird für den Einzelnen unattraktiver, je mehr mitmachen. Deshalb belohnen solche Systeme die Frühen.
Wer liest "du verdienst X Coins am Tag" und das für eine feste Zusage hält, rechnet falsch. In jedem geteilten System ist X ein Anteil und keine Größe. Dieselbe Maschine bringt morgen weniger als heute, wenn über Nacht Leute dazukommen.
Die Frage, die man stattdessen stellt, lautet: Wie groß ist mein Anteil am Ganzen, und wie schnell wächst das Ganze? Erst daraus wird eine Rechnung, die auch in einem halben Jahr noch stimmt.
Der Nutzen ist einfach: Man bezahlt damit Maschinen, Ausbaustufen, Reparaturen, Stellplätze und Energie. Ohne CNVO steht der Betrieb.
Der Abfluss ist die Hälfte, die die meisten Projekte weglassen. Hier wird alles, was für Energie und Wartung ausgegeben wird, aus dem Umlauf genommen statt umverteilt. Es geht nicht an ein anderes Konto, es ist weg. Dazu kommt eine Grundverbrennung, die an der Größe des Netzes hängt.
Beides zusammen ist der Grund, warum die Menge im Umlauf nicht einfach immer weiter wächst.
Verbrannt heisst verbrannt: nicht umverteilt, sondern aus der Menge raus.
Der Preis, zu dem Maschinen im Shop stehen, ist nicht fest. Er hängt an einem Index, und dieser Index steigt, wenn die Menge im Umlauf im Verhältnis zur ausgeschütteten Menge sinkt, also wenn viel verbrannt wurde.
Damit hat die Verbrennung eine sichtbare Folge: Wer viel Energie bezahlt, macht das System knapper, und knappere Systeme haben höhere Preise. Genau deshalb kosten dieselben Maschinen nach einem Jahr weniger CNVO als am Anfang, wenn der Index gestiegen ist: Der Katalogpreis wird durch den Index geteilt.
Das ist ein Lehrbeispiel für etwas, das in echten Systemen dauernd passiert und selten erklärt wird: Verbrennung ist kein Geschenk an die Halter, sondern eine Verschiebung des Preisniveaus.
Die Maschinen im Shop haben einen Preis in CNVO, und dieser Preis ändert sich mit dem Index. Ein fester Eurobetrag wäre einfacher zu lesen, hätte aber eine unangenehme Folge: Er würde behaupten, dass CNVO einen Marktpreis hat.
Hat er nicht. Es gibt keinen Handel, keine Börse und keinen Wechselkurs. Es gibt einen Ausgabepreis, zu dem man CNVO kaufen kann, und der ist mit 0,004 Euro je Coin fest angeschrieben. Das ist ein Preis, kein Kurs. Der Unterschied ist, dass ein Preis von einem Anbieter gesetzt wird und ein Kurs aus Angebot und Nachfrage entsteht.
Projekte, die diesen Unterschied verwischen, verkaufen ein Preisversprechen, das sie nicht halten können.
Für CNVO gibt es Prämien: Gutscheine, Rabatte, Ware. Die kosten den Betreiber echtes Geld, und deshalb hängen sie an einem Budget, das ausschließlich aus echtem Umsatz wächst, nämlich ein Viertel davon.
Das ist die vielleicht wichtigste Zeile der ganzen Tokenomics. Sie sagt: Es kann nie mehr ausgezahlt werden, als vorher eingenommen wurde. Ein System, in dem Auszahlungen an keine Einnahme gebunden sind, zahlt die Alten aus dem Geld der Neuen, und dafür gibt es einen Namen.
Kein Umsatz, kein Budget. Die Reihenfolge ist nicht verhandelbar.
Wenn der gesamte Umsatz ins Einlösebudget ginge, bliebe nichts für Betrieb, Entwicklung und Steuern. Das System wäre am ersten Tag zahlungsunfähig, an dem jemand einlöst.
Ein Viertel ist eine Entscheidung, keine Naturkonstante. Entscheidend ist nicht die Höhe, sondern dass es ein fester Anteil an etwas ist, das wirklich hereingekommen ist. Ob 25 oder 40 Prozent, macht das Modell nicht haltbarer oder unhaltbarer; dass die Bezugsgröße echter Umsatz ist, schon.
Frag bei jeder App, die "verdiene echtes Geld" verspricht, nach der Quelle. Es gibt genau vier ehrliche Antworten: Werbeeinnahmen, Verkaufserlöse, Provisionen von Partnern, oder Einnahmen aus einem anderen Geschäft, das quersubventioniert.
Jede andere Antwort, ob "aus dem Wachstum", "aus dem Token" oder "aus dem Ökosystem", bedeutet, dass die Auszahlung aus Einzahlungen kommt. Das funktioniert genau so lange, wie mehr Neue kommen als Alte auszahlen wollen.
CNVO ist keine Kryptowährung. Er liegt in keiner Blockchain, er ist nicht handelbar, es gibt keine Börse und keinen Kurs. Was in der App als "Blockchain" zu sehen ist, ist eine Nachbildung zum Anschauen, kein Netz.
Und die Farm fördert keine echten Bitcoin. Sie rechnet mit echten Zahlen, mit dem Kurs, der Netz-Hashrate und den Stromtarifen von 27 Ländern, aber sie ist ein Modell. Wer daraus lernt, wie sich Effizienz, Strompreis und Schwierigkeit auf einen Betrieb auswirken, hat etwas Übertragbares gelernt. Wer glaubt, hier Bitcoin zu schürfen, hat sich geirrt.
Ein Modell darf vereinfachen. Es darf nur nicht so tun, als sei es echt.
Eine App, die eine Spielwährung wie eine Kryptowährung aussehen lässt, bewegt sich in Europa schnell in einem Bereich mit Erlaubnispflicht. Sobald ein Token handelbar ist, einen Kurs hat oder ein Anrecht auf einen Ertrag verbrieft, greifen Regeln, die für Spielwährungen nicht gelten.
Das ist kein Kleingedrucktes, sondern eine Entwurfsentscheidung mit Folgen für jede Zeile Code: Deshalb gibt es hier keinen Handel zwischen Konten, keinen Wechselkurs und keine Auszahlung in Coins, sondern nur in Gutscheinen aus einem gedeckelten Budget.
Wer selbst etwas baut, sollte diese Grenze kennen, bevor er sie überschreitet.
Sechs Fragen, und du kannst jedes Projekt in zehn Minuten einordnen. Erstens: Gibt es eine Obergrenze, und passt die Ausgabe dazu? Zweitens: Wer hält welchen Anteil, und ergeben die Anteile hundert Prozent? Drittens: Wofür braucht man den Token wirklich? Viertens: Wodurch verschwindet er wieder? Fünftens: Woher kommt das Geld für Auszahlungen? Sechstens: Was passiert, wenn morgen keine neuen Nutzer mehr kommen?
Die sechste ist die härteste. Ein Modell, das nur mit Wachstum funktioniert, ist kein Modell, sondern eine Wette.
Frage sechs beantwortet die meisten Projekte von selbst.
Die Zahlen stehen fast immer irgendwo: im Papier des Projekts, in den Verträgen auf der Kette, oder in einem der öffentlichen Erkunder. Was fehlt, fehlt selten zufällig.
Ein praktischer Griff: Such nach der Verteilung der Anteile und rechne sie zusammen. Kommt mehr als hundert Prozent heraus oder bleibt ein unbenannter Rest, hör dort auf. Such danach nach dem Wort für Freigabe, also wann die Anteile der Gründer und Geldgeber beweglich werden. Liegt dieser Zeitpunkt kurz nach dem Start, ist der Rest der Lektüre meist unnötig.
Ein Projekt schreibt: Gesamtmenge 10 Milliarden. Davon 40 Prozent an die Gemeinschaft, 20 an das Team, 15 an Geldgeber, 15 an die Stiftung, 20 an das Ökosystem. Ausgeschüttet werden 5 Millionen am Tag, dauerhaft.
Erstens: 40 + 20 + 15 + 15 + 20 sind 110 Prozent. Hier könnte man schon aufhören.
Zweitens: 5 Millionen am Tag sind 1,825 Milliarden im Jahr. Die 4 Milliarden für die Gemeinschaft wären nach zweieinviertel Jahren ausgegeben, und danach müsste die Ausschüttung enden oder aus einem anderen Topf kommen. Beides steht nirgends.
Drittens: Team und Geldgeber halten zusammen 35 Prozent. Wird deren Freigabe nach einem Jahr fällig, stehen 3,5 Milliarden Einheiten einem Markt gegenüber, der bis dahin knapp 1,8 Milliarden aufgenommen hat.
Drei Zahlen, zwei Minuten, und die Frage ist beantwortet. Genau so liest man ein Papier.
Aufgaben, Schichten und die tägliche Jagd. Dazu ein Konto, das zeigt, was zusammengekommen ist.
Öffnet sich sofort. Kein Konto, keine Installation nötig.