Mining Lab · Coinovo Academy · Mining als Betrieb rechnen
Was eine Maschine wirklich kostet
Ob sich eine Maschine rechnet, entscheidet sich an dreien: Effizienz in Joule je Terahash, Strompreis in Cent je Kilowattstunde und Ertrag je Terahash. Alles andere ist Beiwerk. Wer diese drei kennt, braucht keinen Rechner mehr, nur noch ein Blatt Papier.
Ertrag = eigene Hashrate ÷ Netz-Hashrate × Blockbelohnung × 144 Blöcke. Die 144 sind die Blöcke eines Tages bei zehn Minuten Abstand. Davon geht die Poolgebühr ab, meist ein bis zwei Prozent.
Dein Anteil am Netz mal der Tagesemission, das ist die ganze Formel.
Verbrauch in Kilowattstunden = Watt ÷ 1000 × 24. Mal dem Strompreis ergibt das die Tageskosten. Eine Maschine mit 3.500 W zieht 84 kWh am Tag; bei 30 Cent sind das 25,20 Euro, jeden Tag, auch am Sonntag.
Joule je Terahash sagt, wie viel Strom eine Maschine für einen Rateversuch braucht. Hashrate allein sagt nichts: Eine Maschine mit doppelter Hashrate und doppeltem Verbrauch verdient genauso. Niedriger ist besser, und zwischen 15 und 30 J/TH liegt der Unterschied zwischen tragfähig und Zuschussgeschäft.
Vergleiche Maschinen nach J/TH, nie nach TH/s.
Der Deckungsbeitrag ist Tagesertrag minus Stromkosten. Er sagt, ob die Maschine laufen soll. Der Gewinn zieht zusätzlich den Kaufpreis ab und sagt, ob sie gekauft werden sollte. Das sind zwei verschiedene Fragen, und sie können verschieden ausfallen: Eine bezahlte Maschine mit dünnem Deckungsbeitrag läuft weiter, eine neue mit demselben Beitrag kauft man nicht.
Interessanter als der Gewinn ist die Frage: Bis zu welchem Strompreis trägt sich die Maschine? Das ist Tagesertrag in Euro ÷ Tagesverbrauch in kWh. Liegt dein Preis darüber, zahlst du drauf, unabhängig vom Kurs.
Der Break-even-Preis ist die ehrlichste Kennzahl im Mining.
Nimm eine Maschine mit 200 TH/s und 3.400 Watt. Das sind 17 Joule je Terahash, also ein guter, aber kein Spitzenwert.
Verbrauch: 3.400 geteilt durch 1000 mal 24 Stunden sind 81,6 Kilowattstunden am Tag. Bei einem Tarif von 25 Cent kostet das 20,40 Euro, jeden Tag.
Ertrag: Das Netz liege bei 950 EH/s, die Tagesausschüttung bei 450 Bitcoin. Dein Anteil ist 200 TH/s geteilt durch 950.000.000 TH/s, also 2,105 Zehnmillionstel. Mal 450 Bitcoin ergibt 0,0000947 Bitcoin am Tag. Bei 80.000 Euro je Bitcoin sind das 7,58 Euro. Davon geht ein Prozent Poolgebühr ab: 7,50 Euro.
Deckungsbeitrag: 7,50 minus 20,40 ergibt minus 12,90 Euro am Tag. Die Maschine verbrennt Geld.
Break-even-Strompreis: 7,50 geteilt durch 81,6 Kilowattstunden sind 9,2 Cent. Unter diesem Tarif trägt sich die Maschine, darüber nicht. Das ist ein Industriepreis, kein Haushaltspreis, und genau deshalb findet Mining dort statt, wo Strom industriell und billig ist.
Angenommen, du fändest Strom für 6 Cent. Dann kostet der Tag 4,90 Euro, der Deckungsbeitrag ist 7,50 minus 4,90 gleich 2,60 Euro.
Kostet die Maschine 2.400 Euro, sind das 2.400 geteilt durch 2,60 gleich 923 Tage bis zur Amortisation, also zweieinhalb Jahre. In dieser Zeit findet mindestens ein Halving statt, das den Ertrag halbiert, und die Schwierigkeit steigt weiter.
Rechne deshalb gegen: Halbiere den Ertrag auf 3,75 Euro. Dann ist der Deckungsbeitrag minus 1,15 Euro, und die Maschine trägt sich nicht mehr. Eine Anschaffung, die erst nach zweieinhalb Jahren bezahlt ist, aber schon nach einem Jahr unrentabel wird, war ein Fehler.
Die Regel, die daraus folgt: Rechne jede Maschine mit dem Ertrag nach dem nächsten Halving. Trägt sie sich dann nicht, kaufst du sie nicht.
Eine Amortisation von 400 Tagen heisst nicht 400 Tage bis zum Gewinn. Sie gilt nur, wenn Kurs und Schwierigkeit gleich bleiben, und beides tut es nie. Die Schwierigkeit steigt fast immer, der Ertrag je Terahash sinkt damit. Rechne dieselbe Maschine mit zwanzig Prozent weniger Ertrag durch und sieh, ob die Rechnung noch trägt.
Netzteile altern, Lüfter fallen aus, Wartung kostet Zeit. Ein Zuschlag von fünf bis zehn Prozent auf die Betriebskosten ist keine Vorsicht, sondern Erfahrung. Und ein Gerät, das ausfällt, verdient nichts, während du auf Ersatz wartest.
Zuhause zahlst du Haushaltsstrom und hörst den Lärm. Beim Hosting zahlst du einen Preis je Kilowattstunde, der Wartung und Kühlung enthält, verlierst aber den direkten Zugriff und trägst das Risiko des Anbieters. Eine eigene Halle lohnt sich erst bei vielen Geräten, weil Anschluss und Kühlung fast unabhängig von der Stückzahl kosten.
Sinkt der Deckungsbeitrag unter null, kostet jede weitere Stunde Geld. Dann ist Abschalten die richtige Entscheidung, auch wenn die Maschine noch nicht bezahlt ist. Der Kaufpreis ist ausgegeben; er gehört in keine Entscheidung über morgen mehr hinein.
Ausgegebenes Geld ist kein Argument für weitere Ausgaben.
Aufgaben, Schichten und die tägliche Jagd. Dazu ein Konto, das zeigt, was zusammengekommen ist.
Öffnet sich sofort. Kein Konto, keine Installation nötig.