Mining Lab · Coinovo Academy · Wallets und Schlüssel
Was du niemals weitergibst
Münzen liegen in der Blockchain, nicht in der Wallet. Die Wallet hält die Schlüssel, mit denen sich Zahlungen unterschreiben lassen. Geht sie verloren, sind die Münzen nicht weg, nur der Zugriff darauf.
Eine Wallet ist ein Schlüsselbund, kein Portemonnaie.
Aus dem privaten Schlüssel wird eine öffentliche Adresse abgeleitet. Der Weg funktioniert nur in diese Richtung: Aus der Adresse lässt sich der private Schlüssel nicht zurückrechnen. Die Adresse darfst du jedem geben, den privaten Schlüssel niemandem.
Beim Einrichten zeigt eine Wallet eine Reihe Wörter. Daraus lassen sich alle Schlüssel wiederherstellen. Wer sie hat, hat dein Geld, ohne Passwort, ohne Rückfrage, von jedem Gerät der Welt.
Die Wörter gehören auf Papier, nicht in ein Foto und nicht in die Cloud.
Die Wörter sind keine Merkhilfe, sie SIND der Schlüssel. Jedes stammt aus einer Liste von 2048, und jedes trägt damit elf Bit. Zwölf Wörter sind 132 Bit, davon vier eine Prüfsumme: 128 Bit Zufall.
128 Bit sind 2 hoch 128 Möglichkeiten, also eine Zahl mit 39 Stellen. Sie durchzuprobieren ist nicht schwer, sondern unmöglich, und zwar nicht aus Mangel an Geld, sondern aus Mangel an Energie: Ein Rechner, der so viele Zustände durchzählt, bräuchte mehr, als die Sonne in ihrer Lebenszeit abgibt.
Die Prüfsumme hat einen praktischen Zweck: Wer sich beim Abschreiben vertippt, bekommt beim Wiederherstellen eine Fehlermeldung statt einer leeren Wallet. Genau deshalb ist der Übungsdurchgang so wichtig.
Manche wollen die zwölf Wörter durch einen selbst ausgedachten Satz ersetzen, weil der leichter zu merken ist. Das ist der zuverlässigste Weg, alles zu verlieren.
Ein Mensch, der sich einen Satz ausdenkt, erzeugt zwischen 20 und 40 Bit Zufall, nicht 128. Es gibt Programme, die genau danach suchen: Sie probieren Liedzeilen, Bibelverse, Sprichwörter und Tastaturmuster in allen Sprachen durch und räumen die Guthaben ab, die daran hängen. Solche Adressen werden in Minuten geleert.
Der Zufall aus dem Gerät ist keine Bequemlichkeit, die man wegtauschen kann. Er ist der einzige Teil des Verfahrens, der nicht zu erraten ist.
Liegen deine Bitcoin bei einer Börse, hält die Börse die Schlüssel. Du hast eine Forderung gegen ein Unternehmen, keine Münzen. Mehrere grosse Börsen sind zahlungsunfähig geworden; die Guthaben ihrer Kunden waren damit Teil der Insolvenzmasse.
Zum Kaufen und Verkaufen. Die Frage ist nicht Börse oder Selbstverwahrung, sondern wie lange etwas dort liegen bleibt. Wer handelt, braucht sie; wer hält, muss es nicht dort tun.
Eine öffentliche Adresse steht ohnehin für jeden sichtbar in der Blockchain. Guthaben und Bewegungen dazu nachzuschlagen ist kein Risiko. Zu bedenken ist nur die Privatsphäre: Wer deine Adresse kennt, sieht alles, was darauf passiert.
Aufgaben, Schichten und die tägliche Jagd. Dazu ein Konto, das zeigt, was zusammengekommen ist.
Öffnet sich sofort. Kein Konto, keine Installation nötig.